Wann lohnt es sich, online zu sein? Wann sollte ein neuer Inhalt rausgehen, wann eine Rundnachricht? Die meisten Creator beantworten das aus dem Bauch. Wir haben nachgezählt.
Grundlage dieser Auswertung sind mehrere Millionen abgeschlossene Käufe auf fanseven aus den letzten zwölf Monaten, von weit über zehntausend zahlenden Fans. Alle Daten sind anonymisiert und zusammengefasst, alle Uhrzeiten sind deutsche Zeit. Ausgewertet haben wir nicht Klicks oder Besuche, sondern echtes Geld: Wann wird tatsächlich gekauft?
Die Primetime: ein Viertel des Umsatzes in vier Stunden
Zwischen 21 und 1 Uhr fällt rund ein Viertel des gesamten Umsatzes an. Diese vier Stunden sind nur ein Sechstel des Tages, bringen aber das Anderthalbfache dessen, was ihnen rechnerisch zustünde. Die stärkste Stunde des Tages ist 22 Uhr, dicht gefolgt von 21 und 23 Uhr.
So verteilt sich der Umsatz über den Tag:
| Uhrzeit | Anteil am Umsatz |
|---|---|
| 0 – 3 Uhr | 7 % |
| 3 – 6 Uhr | 3 % |
| 6 – 9 Uhr | 8 % |
| 9 – 12 Uhr | 13 % |
| 12 – 15 Uhr | 15 % |
| 15 – 18 Uhr | 17 % |
| 18 – 21 Uhr | 16 % |
| 21 – 24 Uhr | 21 % |
Das Bild ist stabil: Betrachtet man nur die letzten drei Monate, sieht die Kurve genauso aus.
Die Überraschung: Fast die Hälfte wird tagsüber gekauft
Wer glaubt, Fans kauften nur abends auf dem Sofa, liegt falsch. Zwischen 9 und 18 Uhr fallen rund 45 Prozent des Umsatzes an. Ab dem Vormittag steigt die Kurve gleichmäßig und erreicht gegen 16 und 17 Uhr einen ersten Höhepunkt. Am frühen Abend gibt sie kurz nach – Feierabend, Heimweg, Abendessen – und startet dann zur Primetime durch.
Für dich heißt das: Der Tag ist kein totes Feld. Wer nur abends antwortet, verschenkt einen großen Teil der Kaufbereitschaft.
Werktag und Wochenende ticken anders
Der stärkste Tag der Woche ist der Sonntag mit rund einem Sechstel des Wochenumsatzes, der schwächste der Mittwoch. Zwischen den Werktagen sind die Unterschiede klein, aber der Sonntag setzt sich klar ab.
Spannender ist, wie sich der Tagesverlauf verschiebt. Unter der Woche ist der Abendgipfel spitz: 22 Uhr ist mit Abstand die stärkste Stunde. Am Wochenende ist die Kurve flacher und breiter. Schon ab 9 Uhr morgens wird deutlich mehr gekauft als an Werktagen, der Abend ist weniger dominant, und die Nacht dauert länger: Zwischen 1 und 3 Uhr ist am Wochenende deutlich mehr los, teils fast doppelt so viel wie unter der Woche.
Wer nachts noch da ist, gibt mehr aus
Zwischen 3 und 6 Uhr passiert am wenigsten, nur etwa drei Prozent des Umsatzes. Aber der einzelne Kauf ist in diesen Stunden am größten – im Schnitt gut die Hälfte höher als am frühen Abend, wenn viele kleine Käufe zusammenkommen. Nachts sind wenige Fans wach. Die, die es sind, meinen es ernst.
Nicht jede Einnahme hat dieselbe Uhr
Je nach Art des Kaufs ist die Primetime unterschiedlich wichtig. Zum Vergleich: Über alle Käufe hinweg fällt ein Viertel in die vier Abendstunden.
| Art des Kaufs | Anteil in der Primetime (21 – 1 Uhr) |
|---|---|
| Trinkgelder | 37 % |
| Live-Cam zuschauen | 34 % |
| Wunschinhalte | 32 % |
| Anrufe | 28 % |
| Chat-Nachrichten | 25 % |
| Bilder und Videos im Chat | 24 % |
| Einzelne Inhalte | 21 % |
| Feed-Abos | 19 % |
Alles, was live und persönlich ist, gehört dem Abend. Inhalte, die man in Ruhe kauft und anschaut, verkaufen sich dagegen über den ganzen Tag.
Fünf Dinge, die du daraus machen kannst
- Sei zwischen 21 und 1 Uhr erreichbar. Wenn du nur ein Zeitfenster am Tag hast, nimm dieses. Live-Streams, Anrufe und alles Persönliche gehören hierhin.
- Nutze den Nachmittag. Gegen 16 und 17 Uhr liegt der zweite Höhepunkt des Tages. Ein guter Moment für neue Inhalte und Rundnachrichten – sie liegen dann bereit, wenn der Abend beginnt.
- Plane den Sonntag ein. Er ist der stärkste Tag, und er beginnt früh. Wer sonntags schon am Vormittag online ist, erreicht Fans, die unter der Woche um diese Zeit arbeiten.
- Lass die Nacht nicht unbeantwortet. Wer um 3 Uhr schreibt, kauft überdurchschnittlich viel. Dafür musst du nicht wach bleiben: Auf fanseven kann dein KI-Zwilling das Gespräch halten, bis du wieder da bist.
- Verlass dich nicht auf den Abend allein. Fast die Hälfte des Umsatzes entsteht tagsüber. Kurze Antwortzeiten am Tag zahlen sich aus.
So haben wir gerechnet
Ausgewertet wurden ausschließlich abgeschlossene, bezahlte Käufe aus zwölf Monaten, anonymisiert und zusammengefasst. Maßgeblich ist der Zeitpunkt des Kaufs in deutscher Zeit. Die Anteile beziehen sich auf den Umsatz, nicht auf die Zahl der Käufe, und sind auf ganze Prozent gerundet. Einzelne Profile oder Personen lassen sich aus diesen Zahlen nicht ablesen.